30. März 2017

Zwischen Konflikt und Konsens – Polizei und Zivilgesellschaft im Dialog

Mit der modularen Fortbildung „Zivilgesellschaft und Polizei im Dialog“ werden unterschiedliche Perspektiven und Interessenlagen aufgegriffen.
Die gesellschaftlichen und politischen Polarisierungen der vergangenen Jahre haben vielschichtige gesellschaftliche Konfliktlinien sichtbar gemacht. Sie zeigen sich z.B. in den kontroversen Debatten um die Aufnahme von Geflüchteten in der Bundesrepublik und in den zunehmend polemisch geführten Auseinandersetzungen über eine angebliche „Islamisierung“ Europas. Kennzeichen dieser Debatten ist, dass viele im öffentlichen Raum in Form von Kundgebungen, Demonstrationen und Diskussionsveranstaltungen ausgetragen werden. Diese Versammlungen sind nicht nur Schauplätze demokratischen Meinungsstreits, sondern auch Podium für menschenverachtende Äußerungen und verschiedene Versuche, diese zu unterbinden. Kurzum, vieler Orten kommt es zu intensiven Konflikten und Konfrontationen.

In dieser Gemengelage ist das Verhältnis zwischen Polizei und Zivilgesellschaft zum „Politikum“ geworden. Festzustellen sind Missverständnisse, Unkenntnisse und teilweise verfestigte Ressentiments, mit denen sich Polizist*innen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen jeweils begegnen. In konflikthaften, aufgeheizten Situationen etwa bei Demonstrationen ist es quasi unmöglich, die jeweiligen Wahrnehmungen zu hinterfragen und kritisch zu diskutieren.

Von Juni bis Dezember wird in einer Kooperation der Bundeszentrale für Politische Bildung mit dem Bundesverbands Mobile Beratung e.V., dem Geschichtsort Villa ten Hompel und der Projektstelle gegen Rechtsextremismus am Evangelischen Bildungs- und Tagungszentraum Bad Alexandersbad ein „geschützter Raum“ geschaffen, in dem sich Polizist*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft in insgesamt vier Veranstaltungen über kontroverse Positionen, die jeweiligen Selbst- und Fremdzuschreibungen und die daraus resultierenden Handlungsweisen austauschen können.

Ziel der Fortbildungsreihe ist es, bei Vertreter*innen von Polizei wie Zivilgesellschaft das Wissen zu Rolle und Struktur des jeweils anderen zu erweitern, einen Perspektivwechsel anzuregen und eigene Ressentiments und Vorurteilsstrukturen kritisch zu hinterfragen. Es wird ein Dialogformat zu „Konflikt und Konsens“ erprobt, das gegebenenfalls in ähnlicher oder abgewandelter Form anderswo umgesetzt werden kann.

In dieser kompakten Form ist der Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft sicherlich Neuland. Deshalb kann dieses Angebot gerne von den Kolleg*innen den Mobilen Beratung in ihren Ländern bekannt gemacht werden.
Dieses bundesweite Angebot ist auf 20 Personen (10 Polizist*innen und 10 Personen aus der Zivilgesellschaft) begrenzt und wird möglicherweise auch in den Folgejahren wiederholt.

Flyer Polizei und Zivilgesellschaft im Dialog

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