24. September 2018

„Wegducken bringt nichts!“

150 Teilnehmende diskutieren in Göttingen über Demokratieimpulse auf dem Land 

Das Dorf war wichtig – und es bleibt wichtig, auch wenn sich innen und außen vieles verändert. Auf dem Land gibt es viele Engagierte, die oft im Kleinen Demokratie erlebbar machen und damit dem Wandel von Demographie und Strukturen begegnen. Viele von ihnen kamen anlässlich der von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bundesverband Mobile Beratung e.V. veranstalteten Tagung „Was blüht dem Dorf?“ in Göttingen zusammen. Dort tragen sie auf Vertreter_innen von Vereinen und Verbänden, die ihre Strukturen – gerade auf dem Land – in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und dem Eintreten für demokratische Kultur stark machen wollen. Gemeinsam mit Mobilen Berater_innen diskutierten die Teilnehmenden ausgehend von konkrete Projekten vor Ort über Fragen von politische und kultureller Bildung, über die Notwendigkeit von Treffpunkten und „sozialen Orten“, über Partizipation und Jugendkultur im ländlichen Raum, über Gehen, Bleiben und Migration sowie die Unterstützungsmöglichkeiten von Vereinen und Verbänden. Uwe Schoknecht, Bürgermeister der Gemeinde Schorfheide (Brandenburg) macht dabei deutlich: „Wegducken bringt nichts! Wir brauchen auch in der Verwaltung Leute, die sich einsetzen. Und wir brauchen Partner und Berater.“

Stefan Zierke, parl. Staatssekretär, im Gespräch mit Grit Hanneforth (BMB)

Gemeinsam mit Expert_innen wie Prof. Dr. Gerhard Henkel (Humangeograph), Prof. Dr. Claudia Neu (Soziologin ländlicher Räume) oder Dr. Michael Kohlstruck (Zentrum für Antisemitismusforschung Berlin) ermöglichten die unterschiedlichen Hintergründe der Teilnehmenden neue Perspektiven auf das eigene Engagement und die Beratungs- und Bildungsarbeit „auf dem Land“. Stefan Zierke, parlamentarischer Staatssekretär im BMFSFJ, betonte dabei: „Wir müssen als Parteien die Probleme des ländlichen Raums lösen und auf die Menschen vor Ort hören. Dabei brauchen wir und die Engagierten in den Dörfern Unterstützung. Die Mobilen Beratungsteams helfen uns und bringen Menschen zusammen.“

Mit Blick auf die vielen anregende Gespräche und den gelungenen Austausch blickt Hanne Wurzel, Fachbereichsleitung Extremismus bei der Bundeszentrale für politische Bildung, nach vorn: „Wir werden gemeinsam mit dem Bundesverband Mobile Beratung weiter an diesem Thema arbeiten.“ Heiko Klare, einer der Sprecher des BMB, bekräftigte in der Schlussrunde der Tagung: „Das Thema wird uns nicht loslassen. Wir arbeiten auf dem Land, wir sind mit den Engagierten unterwegs. Der Austausch hier und in den Prozessen vor Ort ist wichtig und wir sind gespannt auf die kommenden Projekte.“ Ein erster Schritt wird eine Dokumentation der Tagung sein, die wir dann an dieser Stelle veröffentlichen.

Aktuelles, Veranstaltungen