18. September 2019

27.09.2019 in Düsseldorf: Talkrunde: »Herausforderungen & Perspektiven rassismuskritischer Bildungsarbeit angesichts nationalistischer und autoritärer Versuchungen«

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens veranstaltet das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW) eine Fachtagung mit dem Titel „Allianzen bilden in einer gespaltenen Migrationsgesellschaft? Rückblicke, Einblicke und Ausblicke aus der rassismuskritischen Bildungsarbeit“.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wird Heiko Klare für die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW in einer Talkrunde über „Herausforderungen & Perspektiven rassismuskritischer Bildungsarbeit angesichts nationalistischer und autoritärer Versuchungen“ sprechen.

In diesem Jahr feiert das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW) sein 25-Jähriges Bestehen. Die landesweite Fachstelle gründete sich im Jahr 1994 nach dem rassistisch motivierten Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç in Solingen im Mai 1993. Auch heute sind rassistische und rechte Einstellungen, Ablehnung bzw. offene Feindseligkeit gegenüber Black und Indigenous People of Color (BIPoCs) und politisch Andersdenkende weit verbreitet. Laut den Opferberatungsstellen in NRW ist Rassismus das häufigste Tatmotiv. Hassbotschaften in den sozialen Netzwerken und verbale sowie tätliche Angriffe besonders auf geflüchtete, jüdische und muslimische (oder als solche markierte) Menschen haben in einem Ausmaß zugenommen, dass sie als Teil unserer gesellschaftlichen Realität nicht mehr ignoriert werden können. Allerspätestens diese Entwicklungen haben deutlich gemacht, dass Rassismus weder ein Phänomen der Vergangenheit ist, noch sich auf den rechten ‚Rand‘ der Gesellschaft beschränkt. Dieses verkürzte Rassismusverständnis stellt für die rassismuskritische Arbeit immer noch eine große Herausforderung dar, denn es verschleiert, dass Rassismus auch heute existiert und alle Menschen betrifft – auch wenn die Auswirkungen abhängig von der jeweiligen Positionierung innerhalb der Macht- und Ungleichheitsverhältnisse unterschiedlich ausfallen. Die unterschiedliche Betroffenheit von Rassismus bestimmt die Möglichkeiten und Grenzen des Handelns gegen Rassismus und der möglichen Verbündetenarbeit.
Im Rahmen der Jubiläumstagung möchten wir Rassismus- und Antisemitismuskritik sowie Rechtsextremismusprävention für eine Perspektiverweiterung zusammendenken, und gleichzeitig Leerstellen, Spannungsfelder und Widersprüche problematisieren. Die Leitfrage wird sein, wie Allianzen geschaffen und gestärkt werden können, die die rassistischen Gewaltverhältnisse benennen und verändern.

Zielgruppe

Die Fachtagung richtet sich an Multiplikator*innen und Fachkräfte der Jugendsozial- und Jugend(verbands)arbeit, Wissenschaftler*innen und Lehrer*innen

Nähere Informationen zu Anmeldung und Programm finden Sie hier.

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