23. Januar 2020

Verbot von „Combat 18“ kommt viel zu spät

Pressemitteilung der Mobilen Beratung in Thüringen – für Demokratie gegen Rechtsextremismus (MOBIT)

Bild: MOBIT

Nach Auffassung der Mobilen Beratung in Thüringen – für Demokratie gegen Rechtsextremismus (MOBIT) ist „Combat 18“ in Thüringen seit Jahren aktiv. „Warum „Combat 18“ erst jetzt verboten wurde und die Sicherheitsbehörden so spät eingreifen, ist völlig unverständlich,“ sagt Romy Arnold, Projektleitern von MOBIT. Über Jahre konnten zentrale Akteure und Netzwerke ungestört aktiv sein, auch in Thüringen. So gilt der in Fretterode ansässige Neonazi und NPD-Funktionär Thorsten Heise als Figur des militanten Arms des verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerks. Heise ist nicht nur bestens innerhalb der militanten Neonazi-Szene vernetzt, ihm werden auch enge Kontakte zum extrem rechten AfD-Funktionär Höcke nachgesagt. Personen und Bands, die „Combat 18“ zugerechnet werden, treten insbesondere bei den RechtsRock-Konzerten in Thüringen immer wieder öffentlich in Erscheinung. Kurz nach dem Mord an Walter Lübke trat beispielsweise in Themar die „Combat 18“-Band Oidoxie auf.
„Es ist daher auch kein Zufall, dass mit Stanley R. im vergangenen Jahr eine zentrale Führungsfigur von „Combat 18“ nach Thüringen zog,“ so Arnold weiter. Die engen Vernetzungen zur Thüringer Neonazi-Szene sind seit Jahren bekannt. So veröffentlichte beispielsweise die Rechercheplattform EXIF 2018 eine umfangreiche Analyse zu den europaweiten Netzwerken und rechtsterroristischen Aktionen. Bezeichnend ist, dass der Verfassungsschutz im Bund und in Thüringen wenig gehaltvolle Erkenntnisse über die Strukturen von „Combat 18“ zu haben scheint. „Es ist vor allem den antifaschistischen Recherchen zu verdanken, dass über die so gewonnen Erkenntnisse öffentlicher Druck aufgebaut wurde. Diese Expertise muss zwingend ernster genommen werden,“ so Arnold abschließend.

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