6. Februar 2020

Wie umgehen mit dem „Kulturkampf“ von rechts?

Bianca Klose im Interview mit dem inforadio.

Bild: imago images/ Jürgen Ritter

„Kultur- und Gedenkstätten spüren zunehmend Druck von rechts – seien es Neonazis, die in Gedenkstätten auftauchen oder die Forderung nach mehr „deutscher Identität“ in der Kunst. Bianca Klose, Leiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin, erläutert Strategien gegen rechte Geschichtspolitik.

Innerhalb von zweieinhalb Jahren hätten die Hinweise von Gedenkstätten und Museen zugenommen – dabei gehe es einerseits um eine allgemeine Enthemmung der Gesellschaft, die rechtes Gedankengut zunehmend als „normal“ empfände. Aber es käme andererseits auch zu Vorfällen in Gedenkstätten – geschichtsrevisionistische Bemerkungen bei Führungen, antisemitische Gästebucheinträge bis hin zu Provokationen und gezielten Störungen von Gedenkveranstaltungen.

Dahinter stehe eine Strategie von Rechtsextremen und RechtspopulistInnen, für die „Geschichtspolitik ein sehr wichtiges Aktionsfeld ihres Kulturkampfes“ sei, so Klose. Geschichte soll dabei so umgdeutet werden, dass die Grenzen nach rechts in der Gesellschaft immer weiter aufweichten.

Häufig könne in den Gedenkstätten und Museen erst nach einem Vorfall reagiert werden. Die neue Handreichung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin sei dafür gedacht, MitarbeiterInnen und Guides vorzubereiten. Dazu müsse man auch die ideologischen Grundzüge rechter Geschichtspolitik kennen, so Klose. Ebenso sei ein Vernetzung in den Häusern sinnvoll – vom Sicherheitsdienst bis zur Leitung müsse man sich auf gemeinsame Werte verständigen.“

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