19. September 2020

Buchvorstellung: Ronen Steinke: Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage

Am 9. November 2020 um 19 Uhr lädt die Mobile Beratung in Thüringen gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ins NERLY Cafe-Restaurant-Bar (Marktstraße 6, Erfurt). Hier wird der Journalist Dr. Ronen Steinke sein neues Buch „Terror gegen Juden – Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage“ vorstellen!

Als in Halle ein schwer bewaffneter Rechtsterrorist in die Synagoge einzudringen versuchte, hielt ihn nur eine schwere Holztür auf. Um diese Tür zu bekommen, die den Menschen das Leben rettete, mussten sich die Gemeindemitglieder aber ans Ausland wenden, denn der deutsche Staat wollte ihnen das nicht finanzieren. Ronen Steinke berichtet aus jüdischen Gemeinden, die um jeden Cent ringen müssen und für ihren Schutz selbst bezahlen. Er beleuchtet die Arbeit von Polizei-Ermittlern, die Gewaltopfer abwimmeln und nicht ernst nehmen. Dadurch entsteht ein großes Dunkelfeld für antisemitische Hasskriminalität. Es entsteht auch ein Raum der Straflosigkeit für die Täter, der häufig ein Moment ihrer Radikalisierung ist. Er beschreibt den Doppelmord in Erlangen an Shlomo Lewin, langjähriger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, und seiner Lebensgefährtin Frida Poeschke, bei denen die Ermittler die Schuld bei den Juden selbst sahen. Das war im Dezember 1980, lange vor dem NSU, doch mit einem ähnlichen polizeilichen Grundmuster, das die Opfer zu Verdächtigen machte, während der Rechtsterrorismus nicht in den Blick geriet.
Ronen Steinke, Redakteur und Journalist der Süddeutschen Zeitung, liefert ein vielschichtiges wie beunruhigendes Porträt jüdischen Lebens in Deutschland. Es ist eine Anklage gegen das Versagen des Staates im Kampf gegen den Antisemitismus und beim Schutz seiner jüdischen Bürger. Steinke promovierte in Jura mit einer Arbeit zu Kriegsverbrechertribunalen nach 1945. 2013 erschien seine Biografie „Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht“, die zur Grundlage für den preisgekrönten Kinofilm „Der Staat gegen Fritz Bauer“ wurde. In seinem letzten Buch „Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin“ recherchierte er die Geschichte des ägyptischen Arztes Mohamed Helmy.

ACHTUNG: Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und daher sehr begrenzter Platzkapazitäten ist eine Anmeldung mit Wohnanschrift oder Telefonnummer aufgrund der Dokumentationspflicht zwingend erforderlich. Ohne bestätigte Anmeldung kann eine Teilnahme nicht gewährleistet werden. Anmeldung bitte an: LZT_PF@tsk.thueringen.de

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