28. September 2020

Buchvorstellung und Gespräch: Rechte Egoshooter. Von der virtuellen Hetze zum Livestream-Attentat

Mittwoch, 14. Oktober 2020 von 19:30 bis 21:00 in der Stadtverwaltung Stadt- und Regionalbibliothek Gera

Donnerstag, 15. Oktober 2020 von 19.00 bis 21 Uhr in der Musikschule Arnstadt

Eine verschlossene Holztür der Synagoge verhinderte ein größeres Massaker. Am 9. Oktober 2019 wollte in Halle der Rechtsextremist Stephan Balliet die dort versammelten Juden hinrichten. Mit selbstgebauten Waffen schoss er auf die Tür, warf eigens hergestellte Sprengsätze. Die Anleitungen dafür hatte er aus dem Internet. Online konnten Gleichgesinnte live zusehen, wie er zwei Menschen in der Nähe hinrichtete. Mit einer Heimkamera übertrug er die Morde auf ein spezielles Portal für Computerspiel-Videos. Er ahmte damit einen rechtsextremen Ego-Shooter aus Neuseeland nach, der wenige Monate zuvor die Tötung von 51 Menschen live über Facebook verbreitet hatte. Was treibt diese Männer vom Bildschirm zur realen Gewalt auf der Straße? Das Buch geht den Spuren der Attentäter nach und zeigt die besonderen Radikalisierungsmechanismen im Netz auf. Sie erklären die Hintergründe und Motive der „einsamen Wölfe“, die in ihren rechten Online-Gemeinden toxische Männlichkeit und Frauenhass pflegen. Einblicke in eine Welt, die vielen unbekannt ist.
Andreas Speit, freier Journalist und Publizist, Kolumnist der taz; regelmäßige Beiträge auch in anderen Medien. Autor und Herausgeber diverser Bücher zum Thema Rechtsextremismus, z. B. Reichsbürger – Die unterschätzte Gefahr (2017); Das Netzwerk der Identitären. Ideologie und Aktionen der Neuen Rechten (2018); Völkische Landnahme. Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos (2019). Eintritt frei! Um eine Voranmeldung in der Stadtbibliothek Gera bzw. beim „Bündnis gegen Rechtsextremismus Arnstadt“ unter www.bgre.de wird gebeten. Mail: bibliothek@gera.de (oder direkt in der Bibliothek an der Servicetheke). Die Veranstaltung findet unter den Bedingungen der derzeit gültigen Corona-Verordnung statt.

Ausschlussklausel
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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