3. Juni 2021

„Reformation der Meinungsfreiheit“ oder Re-Formation autoritärer Strukturen?

Eine Analyse der Corona-Proteste in Wittenberg

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Seit mittlerweile mehr als einem Jahr treffen sich in Wittenberg, mitunter wöchentlich, Kritiker:innen der Corona-Maßnahmen, Leugner:innen der Krankheit und Verschwörungsgläubige unter dem Motto „Reformation der Meinungsfreiheit“ auf dem dortigen Marktplatz. Bis zur Veröffentlichung des Analysepapiers am 01. Juni 2021 hat Projekt GegenPart mindestens 42 dieser Kundgebungen und Demonstrationen gezählt.

Die vorliegende Analyse zeigt, dass sich im Zuge dieser Aktionen maßgebliche Akteure radikalisiert haben, wurden doch verschwörungsideologische und antisemitische Inhalte mehr und mehr deutungsmächtig und akzeptiert. Die Wittenberger Proteste sind damit eindeutig der bundesweit beobachtbaren „Querdenker-Bewegung“ zuzurechnen, die in einigen Bundesländern bereits vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Da verwundert es kaum, dass die Demos ausgewiesenen Rechtsextremist:innen und Holocaustleugner:innen eine Plattform bieten und zudem Argumentationsmuster aus der Reichsbürgerszene transportieren.

Steffen Andersch vom MBT Anhalt dazu: „Hier werden die Todesfälle nicht als traurige Folge einer globalen Pandemie begriffen, sondern instrumentalisiert. Es muss klar sein, dass eine eindeutige Trennung zwischen diesen verschwörungsaffinen Diskursen und den aus der Corona-Krise resultierenden legitimen Ängsten und Sorgen notwendig ist. Verschwörungserzählungen dienen einer Komplexitätsreduktion. Sie vereinfachen gesellschaftliche Debatten, indem sie vorgeben, ein klares „gut“ und „böse“ ausmachen zu können. Dieses Denken verhindert eine tatsächliche Auseinandersetzung mit der Widersprüchlichkeit moderner Gesellschaften und liefert stattdessen nur Sündenböcke.“

Download

Hier finden Sie die vollständige Analyse als PDF-Datei zum Download

„Reformation der Meinungsfreiheit“ oder Re-Formation autoritärer Strukturen? – Eine Analyse der Corona-Proteste in Wittenberg

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